TV Innenverteidiger-Duo entdeckt die Liebe zum Toreschießen

von | 13. Apr. 2026 | Fussball, Fussball - 1. Mannschaft

ESG Frankonia Karlsruhe 2 – TV Mörsch 0:4 (0:2)

Am vergangenen Sonntag reiste der TV zum Nachholspiel an die Durlacher Allee, um gegen die zweite Garde der ESG Frankonia Karlsruhe drei weitere Punkte einzufahren. Wenn der Tabellenerste auf das Schlusslicht trifft, könnte man meinen, das Drehbuch sei schon vor Anpfiff geschrieben. Und tatsächlich: Es wurde ein Spiel, das weniger durch Spannung als vielmehr durch Geduld und eine ordentliche Portion Unvermögen glänzte. Von Beginn an war klar, wer hier das Sagen hat. Der TV Mörsch drückte, kombinierte, drängte und der Gastgeber stellte sich so tief auf wie der Platz selbst: sehr tief.
Kein Wunder also, dass sich das letzte Drittel des Gegners für den TV zur berüchtigten Bermuda-Zone entwickelte. Bälle verschwanden, Schüsse verfehlten, und bei einem Napoleone-Treffer entschied der Schiedsrichter seelenruhig auf Handspiel. Ob er dabei auch die Hand Gottes gesehen hat, bleibt sein Geheimnis. Die Innenverteidiger Stöck und Harz, ausgebildet für Zweikämpfe, Kopfballungetüme, letzte Bastion, beobachteten das Offensivgewitter derweil von hinten mit wachsender Langeweile. Irgendwann muss sich Stöck gedacht haben: „Dann mach ich’s halt selber.”Gesagt, getan. Eine Eckball-Hereingabe von Napoleone und ein entschlossener Kapitano drückte den Ball per Kopf unhaltbar zum 0:1 ins Netz (40.). Jubel beim TV, leichte Scham bei den Stürmern. Kurz vor der Pause legte die Offensive dann doch noch nach: J. Gerstner bediente im Sechzehner Javorek mustergültig mit der Hacke und dieser schob überlegt zum 0:2 ein. Mit einem beruhigenden Vorsprung ging es in die Kabine und alle wussten: Da wäre mehr drin gewesen.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig: Der TV dominierte, der Gegner verteidigte, und der Platz blieb… sagen wir mal „herausfordernd“. In der 54. Spielminute ein erneuter Eckball von Napoleone und abermals Stöck – diesmal per Fuß zum 0:3. Der Mann hatte offensichtlich entschieden, dass Innenverteidiger spielen heute sein Zweitjob ist. In der 72. Minute wollte sein Abwehrkollege Kim Harz dem offenbar nicht nachstehen und verwertete ebenfalls eine Flanke von Raab souverän zum 0:4. In der Schlussviertelstunde rotierte Coach Heck fleißig, jedoch perfektionierten die Joker das, was die erste Elf in Halbzeit 1 vorgemacht hatte. Man hatte gleich mehrfach die Chance, das Ergebnis noch weiter in die Höhe zu schrauben. Doch entweder standen der Torwart oder das eigene Unvermögen im Weg.

Fazit: Nicht das schönste Spiel, aber drei Punkte, die niemand anzweifelt. Am kommenden Sonntag wartet jedoch ein anderes Kaliber. Auswärts beim Topspiel gegen den FC Südstern 2 sollte der TV seine Chancen besser nutzen, denn so viel Freizeit wie heute werden die Innenverteidiger dort vermutlich nicht bekommen.